Freilichtmuseum Hagen

LWL-Freilichtmuseum Hagen:

Entdecken und Erleben

 

Zu einem Ausflug in die Arbeitswelt und Technik des 18. und 19. Jahrhunderts, lädt das Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) ein. Einen halben Tag braucht man schon, um die etwa 60 historischen Handwerks- und Gewerbebetriebe zu erwan­dern, die in einem der schönsten Wiesentäler des vorderen Sauerlandes liegen, dem Mäckin­gerbachtal.

 

Das märkische Gebiet südlich der Ruhr gehört zu den ältesten Stätten der Eisenverarbeitung. Hier im Hagener Freilichtmuseum befinden sich deshalb verschiedene Schmieden, wie Bohrer-, Nagel- und Windenschmieden, verschiedene Hammerwerke, eine Drahtzieherei und Holmacherei. Nicht nur Eisen, sondern auch Bereiche wie die traditionelle Papierverarbeitung und -herstellung sowie das Thema Wald und Holz sind Schwerpunkte.

 

Auf jeden Fall geht’s lebendig geht's zu im Museum für alle Sinne. In verschiedenen Werkstätten wird ge­schmie­det, gebacken, gebraut, gedruckt und vieles mehr. Die kleinen und großen Be­su­cher kön­nen nicht nur den Handwerkern zusehen sondern bei Workshps ihr Ge­schick auspro­bie­ren: z.B. in der Seile­rei, beim Pa­pier­schöp­fen oder in der Nagel­schmie­de. Hier können sie die Techniken im wahrsten Sinne des Wortes begreifen! Ebenso spannend sind die museums-pädagogischen Programme oder die ungewöhnlichen Aktionen bei Kindergeburtstagen in den Museumswerkstätten.

 

Auch das leibliche Wohl kommt nicht zu kurz, im Kolonialwarenladen kaufen die Besucher ganz altmodisch unter anderem auch alle Produkte aus dem Museum ein. Nebenan in der Zigar­renma­cherei gibt es erstklassige handgerollte Zigarren und direkt um die Ecke backt der Bäcker täglich frische Landbrote und Rosinenstuten. In der Obst­brennerei und der Bier­brauerei erleben Sie, wie die köstlichen Getränke klassisch hergestellt werden. Eben­so in der tradi­tio­nellen Kaf­fee­rö­ste­rei, mit dem in der Re­gion be­kannt guten Kaffee. Aus vielen Häusern duftet es ver­füh­re­risch, sei es der aromatische Kaffee, der würzige, geräucherte Schin­ken oder die köstlichen Gerüche der Bäckerei.

Bei vielen Sonderveranstaltungen bietet das Freilichtmuseum ein breitgefächertes Angebot mit vielen Aktivitäten für die ganze Familie.

 

Während der ganzen Saison, 1. April bis 31. Oktober, gibt es viele attraktive Sonder­ver­an­stal­tun­gen oder Sie feiern selber bei uns (Partys, Familien- und Betriebsfeiern, Hochzeiten, Kindergeburtstage)! Fordern Sie einfach das aktuelle Jahresprogramm an, telefonieren mit uns (02331-7807-0) oder besuchen Sie uns im Internet. www.lwl-freilichtmuseum-hagen.de

 

Und alle Jahre wieder … findet am ersten Adventwochenende der Romantische Weihnachtsmarkt statt!

 

Öffnungszeiten:

Täglich, außer Montags, wohl aber an allen Feiertagen.

Einlass ab 9 Uhr, Häuseröffnung bis 17.30 Uhr, sonntags bis 18 Uhr, Shop bis 18.15 Uhr.

 

Anfahrt:  

Auto: A 45 Abfahrt Hagen-Süd, dann den Wegweisern folge

Bus: Ab Hbf-Hagen mit Buslinien 512 oder 84 durchgehend bis zu LWL-Freilichtmuseum.

Aktuell im Freilichtmuseum Hagen

Fotokurs - Auf den Spuren des Heimatforschers Wilhelm Claas

 

Hagen (lwl). Der Heimatforscher Wilhelm Claas (1885–1966) hat in Hagen viele, oft historisch bedeutsame Gebäude fotografiert. Claas widmete sich Zeit seines Lebens technischen Kulturdenkmälern und gilt als erster Ideengeber des Freilichtmuseums. Sein Ziel war es, Werkstätten und Betriebe, aber auch andere Gebäude, die er als gefährdet ansah, fotografisch festzuhalten und zu dokumentieren.

Was ist aus den Häusern geworden, die Claas in den 1920er- und 1930er-Jahren fotografiert hat?

Dieser Frage geht ein Fotokursus der VHS Hagen im September und Oktober nach. Die Kursteilnehmer fotografieren ausgewählte Gebäude und vergleichen diese mit den Claas'schen Aufnahmen. Was hat sich verändert, was ist geblieben?

 

Die alten und die neuen Fotografien sollen im kommenden Jahr im LWL-Freilichtmuseum Hagen in der Sonderausstellung 2016 im Vergleich gezeigt werden. Die Ausstellung prässentiert das Freilichtmuseum aus Anlass des 50. Todestages von Wilhelm Claas.

Als Einführung stellt am Donnerstag, 10. September, stellt die stellvertretende Leiterin des LWL-Freilichtmuseums Hagen, Dr. Anke Hufschmidt, Wilhelm Claas und die Bedeutung seiner Dokumentation für das Freilichtmuseum vor. Jens Bergmann und Ekkehard Müller-Kissing vom Hagener Heimatbund e. V. erläutern, welche Erkenntnisse aus alten Fotografien für die Geschichte Hagens gewonnen werden können - und warum auch die Aufnahmen, die im Kurs entstehen, einmal wichtige Dokumente für die Stadtgeschichte sein könnten.

 

Der Fotokursus mit den Aufnahmen vor Ort findet vom 18. bis 20. September statt. Bevor die Spurensuche beginnt, erklären die beiden Fachdozenten Elke Fischer und Dieter Faßdorf, wie möglichst eindrucksvolle Fotos gelingen. Sie besprechen anhand markanter Beispiele Bildaufbau, Motivauswahl und -ausschnitt, Standort, Perspektive, Farbe und Licht. Am Samstag und Sonntag werden unter Anleitung der Fachdozenten die für den Wettbewerb ausgewählten sechs Fotoobjekte im Hagener Stadtgebiet fotografiert. Eine Aufgabe ist es, die Objekte aus der Class'schen Perspektive abzulichten. Anschließend ist Kreativität gefragt, denn es soll innovativ aus dem individuellen Blickwinkel der Teilnehmer fotografiert werden.

 

Termine:

Einführung: Do, 10.9.2015, 19–20:30 Uhr in der Villa Post, Aula, Kurs 5024

Kurs mit Spurensuche: Fr, 18.9.2015 – So, 20.9.2015, 17:30-19:45 Uhr in der Villa Post, O.7, Kurs 5025

 

Anmeldung bei der VHS unter 02331/207-3622 oder über www.vhs-hagen.de.

Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen

Paderborner Schuhmacherwerkstatt zieht um ins LWL-Freilichtmuseum Hagen

 

Hagen (lwl). Das Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) bekommt eine neue Schuhmacherwerkstatt. Ende Juli zieht die Werkstatt des Schuhmachermeisters Karl Hilleke von ihrem Paderborner Standort „Am Westerntor“ ins LWL-Freilichtmuseum Hagen um.

 

Diese „neue“ Werkstatteinrichtung im Freilichtmuseum wird die bisherige Schuhmacherei ersetzen. Ein Glücksfall für das LWL-Museum, denn die zurzeit ausgestellte Werkstatt ist aus verschiedenen Werkstätten zusammengetragen und hat daher keine eigene Betriebsgeschichte. Die Paderborner Werkstatt dagegen erzählt ihre eigene Geschichte, nämlich die der beiden bisherigen Besitzer. Der jetzige Besitzer Karl Hilleke begann 1947 als Lehrling bei Schuhmachermeister Josef Menne in Paderborn. Nach der Gesellenprüfung blieb er in seinem Lehrbetrieb, legte 1957 die Meisterprüfung ab und war danach bis 1985 bei seinem Lehrherrn Menne angestellt. Nach dessen Tod 1985 übernahm Karl Hilleke die Werkstatt und führt sie bis heute alleine fort.

 

Geschichte

Obwohl Josef Menne seine Werkstatt bereits in den 1920er-Jahren eröffnete, stammt die Werkstatteinrichtung aus den 1950er-Jahren und ist versetzt mit älteren und einigen jüngeren Maschinen, Werkzeugen, Arbeitsmitteln und Zubehör. Die Werkstatt wurde kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges ausgebombt, Josef Menne konnte lediglich eine Presse aus den Trümmern hervorziehen und weiterbenutzen. Die restliche Ausstattung musste er entsprechend „zusammenkaufen“. So ist beispielsweise der Arbeitstisch, auf dem einige Maschinen aufgebracht sind, ein ehemaliger Schreibtisch aus dem Bestand der Deutschen Bank.

 

Werkstatt

Die Werkstatt besteht aus einem großen, mit hohen Fenstern versehenen Arbeitsraum sowie einem kleinen vorgelagerten Kassenraum, in dem Karl Hilleke die Kunden empfängt sowie die Reparaturannahme und -ausgabe erfolgt. Hauptbestandteil seiner täglichen Arbeit ist die Reparatur von Schuhen. Ergänzend kommen Reparaturen an Gürteln und Taschen hinzu.

 

Um die Abläufe der Schuhreparaturarbeiten für die Besucher des LWL-Freilichtmuseums Hagen nachvollziehbar zu machen, dreht ein Filmteam des Museums am 15. und 16. Juli in der Werkstatt den Schuhmachermeister Karl Hilleke bei seiner Arbeit. So bleibt die Werkstatt auch an ihrem neuen Standort in Hagen fest verbunden mit der Person Karl Hilleke.

 

Der 82-jährige Schuhmacher schließt seine Werkstatt aus Altersgründen. Er freut sich über die neue Heimat seiner Werkstatt im Hagener Freilichtmuseum. So kann er sie auch in Zukunft immer besuchen.

Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen
Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen

8 Millionen Besucher im Hagener LWL-Freilichtmuseum

 

Hagen (lwl). In diesen Sommerferien ist es geschafft: der achtmillionste Besucher mitsamt Großeltern ist zu Gast im Hagener Freilichtmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL).

Am Donnerstag (2.7.) zu Beginn der Ferien war es soweit. Die Großeltern Elke und Hans-Jürgen Rühl mit Enkeltochter Alina Sophie aus Remscheid wurden an der Museumskasse überrascht mit der Nachricht, dass sie Jubiläumsbesucher geworden sind. Geplant war ein Ferienausflug mit der zehnjährigen Enkeltochter, die sich den Besuch im LWL-Freilichtmuseum Hagen selbst ausgesucht hatte: „Ich gehe gerne in Museen und die Beschreibung des Freilichtmuseums in dem LWL-Museumsführer ‚Museumstour‘ hat mich neugierig gemacht.“

 

Die drei Remscheider waren gespannt auf die Werkstätten des LWL-Freilichtmuseums, in denen täglich „live“ gearbeitet wird. Dort wollten sich alle in die vergangene, frühindustrielle Epoche entführen lassen und ganz genau anschauen, wie früher handwerklich gearbeitet wurde.

LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Thale und LWL-Museumsleiter Dr. Uwe Beckmann begrüßten das Ehepaar Rühl und ihre Enkelin mit einem Präsentkorb, reichlich gefüllt mit vielen schönen und leckeren Dingen, die es nur im LWL-Freilichtmuseum gibt sowie mit einer LWL-Jahreskarte. Mit dieser Jahreskarte können die Jubiläumsbesucher viele schöne Ausflüge in über 30 Museen des westfälischen sowie des rheinischen Landschaftsverbandes unternehmen.

 

Das LWL-Freilichtmuseum Hagen ist seit 42 Jahren für Besucher geöffnet, gegründet wurde es bereits 1962. In einer Zeit als erst wenige daran dachten, dass auch Westfalens Handwerk und Technik als Teil der Kulturgeschichte in einem Museum gezeigt werden sollte.

Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen
Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen

Echt Cool - Kühle Plätze im LWL-Freilichtmuseum Hagen

 

Hagen (lwl). Herrlichen Schatten und immer einige Grade weniger als im Häusermeer bietet das LWL-Freilichtmuseum Hagen: Entlang des zum Museum gehörenden Wald führen schattige Spazierwege mit mehreren Teichen und Bächen. „Hier weht auch an heißen Tagen ein angenehm frisches Lüftchen“, sagt Pressesprecherin Uta Wenning-Kuschel vom Freilichtmuseum. Ebenso in den zahlreichen Werkstätten der Fachwerk- und Bruchsteinhäuser mit den dicken Mauern ist es im Sommer überraschend viel kühler als draußen. Drinnen genießen die Besucher die angenehmen Temperaturen beim Zuschauen und im Gespräch mit den arbeitenden Handwerkern.
Hilft das alles nichts, taucht man einfach seine Füße in das kühle Nass des Wasserspielplatzes, der besonders den Kindern spritzige Spiele verspricht. Wenning-Kuschel hat außerdem noch einen Tipp: „Wer gleich morgens um neun Uhr kommt, genießt die erfrischende morgendliche Waldluft und kann drei bis vier Stunden auf dem Gelände verbringen, ohne in die heiße Nachmittagszeit zu kommen.“

Für einen anschließenden Mittagssnack bieten sich im Anschluss die über einem kleinen Bach gelegenen Museumsterrassen oder der Biergarten mit Schatten spendenden Sonnenschirmen oder die aus gutem Grund immer kühle historische Braustube an.

Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen
Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen
Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen
Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen

DICK + DÜNN. Schmuck aus Silber

Ausstellung im Goldschmiedehaus des LWL-Freilichtmuseums Hagen vom 28.6. bis 31.10.2015

 

Hagen (lwl). Aktuelle,  junge Goldschmiedekunst zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) im Goldschmiedehaus seines Hagener Freilichtmuseums ab Sonntag, 28. Juni in seinem Goldschmiedehaus.

Die Ausstellung entstand an der Fachschule für Gestaltung, Fachrichtung Edelmetallgestaltung, Schwerpunkt Schmuck und Gerät am Berufskolleg Ost in Essen.

 

Am Sonntag, den 28. Juni 2015 eröffnete die Ausstellung „DICK + DÜNN. Schmuck aus Silber" im Goldschmiedehaus des LWL-Freilichtmuseums Hagen. Interessierte und Liebhaber schmückender Produkte können hier ihren Blick auf das kreative Potenzial der jungen Handwerker werfen.

Die ersten drei Preisträger sind:

Corinna Heumann aus der Goldschmiede Joachim Baumann in Dinslaken-Hiesfeld,

Marina Müller aus den Atelier Robert Menze in Mülheim an der Ruhr und

Iris Erhard aus der Gold- und Silberschmiede Förster in Aachen.

 

Der Förderverein der Essener Fachklassen für Gold- und Silberschmiede rief inzwischen zum neunten Mal alle Goldschmiede-Auszubildenden aus Nordrhein-Westfalen auf, am Lehrlings-wettbewerb 2015 „DICK + DÜNN. Schmuck aus Silber", teil zunehmen. 126 Arbeiten der angehenden Goldschmiede wurden eingereicht. Zwanzig Auszubildende wurden von der Wettbewerbsjury für ihre außergewöhnlichen Arbeiten ausgezeichnet und mit Geld- und Sachpreisen im Wert von 5000€ belobigt. Die Preisverleihung erfolgte feierlich im Berufskolleg Ost der Stadt Essen, dem größten Berufsschulstandort für Gold- und Silberschmiede in NRW.

 

Schmuckgestaltung fordert Kreativität und die solide Beherrschung handwerklicher Fähigkeiten. Der Geschmack und die Mode wandeln sich mit den Zeiten, doch viele der handwerklichen Techniken blieben ähnlich. Die Herstellung eines aufwendigen Schmuckstücks dauert oft Monate. Solche Schmuckarbeiten sind in ihren Bestandteilen auf grundlegende traditionelle Techniken zurückzuführen. Hierzu zählen Gravur, Niello, Granulieren, Emaillieren, Gießen,  Treiben und Schmieden und nicht zuletzt die Handarbeit von Einzelstücken. Alle diese Techniken lernen die Auszubildenden während ihrer Lehre.

Die Fachschule für Gestaltung bietet eine zweijährige Vollzeitausbildung. Die Schüler werden in wöchentlich ca. 40 Unterrichtsstunden in gestalterischen, fachtheoretischen und praktischen Fächern auf das Abschlussexamen vorbereitet. Das Fachschulexamen besteht aus drei Klausuren: Technologie, Gestaltungslehre und der praktischen Klausur, die der Arbeitsprobe der Meisterprüfung entspricht.

Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen
Foto: Wippermann - Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen

„Früh übt sich ... Handwerk zum Spielen“ - Neue Sonderausstellung im LWL-Freilichtmuseum Hagen

 

Hagen (lwl). „Früh übt sich … Handwerk zum Spielen“ ist das Thema der neuen Sonderausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Freilichtmuseum Hagen zeigt. Die Ausstellung lädt zu einer Reise in eine Handwerkswelt im Kleinen ein. Zu sehen sind Werkzeug- und Baukästen, Blechspielzeug und Spielkästen, Brett- und Kartenspiele, Spielfiguren sowie Bilderbücher aus den vergangenen 150 Jahren. Vielen von ihnen ist anzusehen, wie intensiv mit ihnen gespielt worden ist.

 

„Der kleine Wagenbauer“ und „Die kleine Putzmacherin“ – so heißen Spiele, die um 1900 im Spielzeughandel angeboten wurden. Sie sind nur zwei von vielen Beispielen dafür, wie die Lebens- und Arbeitswelt der Handwerker für Kinder als „Handwerk zum Spielen“ dargestellt wurde. Was genau hat der kleine Wagenbauer gespielt und mit welcher Absicht wurden solche Spiele verkauft und verschenkt? „Die Spielsachen zeigen, wie die Handwerke und das Leben von Handwerkern beim Spielen auf unterschiedliche Weise Kindern und Jugendlichen näher gebracht wurden“, sagt die stellvertretende Museumsleiterin Dr. Anke Hufschmidt.  „Manchmal recht praxisnah mit dem Anspruch der Berufsvorbereitung, oft aber auch in humorvoller Weise, etwa bei Karten- und Brettspielen. Auf jeden Fall wurden über das Spielzeug bestimmte Bilder von Handwerkern und ihren Arbeiten vermittelt. Außerdem lässt sich erkennen, welche Vorstellungen mit Kindheit verbunden waren und wie die Rollen zwischen Jungen und Mädchen beim Spielen verteilt waren“, so Anke Hufschmidt weiter.

 

Die Ausstellung beginnt damit, wo und wie Handwerker Kindern und Jugendlichen begegneten. Wer sie nicht aus der eigenen Familie oder der Nachbarschaft kannte oder ihnen bei anderer Gelegenheit bei der Arbeit zusah, traf sie spätestens in Bilderbüchern, Märchen, Liedern und Erzählungen. Seit der Ausbreitung von farbigen Bilderbüchern in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts gab es auch Bücher mit Bildern von Handwerkern. In den meist sehr beschaulichen Bildern wurden die Handwerker mit ihren Werkstätten, Arbeitsgeräten und Produkten vorgestellt, Texte erläuterten die wichtigsten Tätigkeiten.  

 

Eine weitere Station in der Ausstellung steht unter dem Motto „Spielend arbeiten lernen“. Diese Präsentation macht deutlich, wie Handwerksberufe von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis in die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg in verschiedene Arten von Spielzeug transportiert wurden. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich die deutsche Spielzeugindustrie zum Weltmarktführer. Sie bot ein breit gefächertes Angebot an Spielwaren an. Immer neue Produkte sollten die Nachfrage anregen. Vor allem wohlhabende Familien konnten sich viele Spielzeuge leisten. Manche Spielwaren gab es in unterschiedlichen Preisklassen und erreichten damit auch ärmere Familien. Die Spielzeugindustrie warb bei den Eltern mit dem pädagogischen Nutzen, den Spielzeug für Kinder und Jugendliche hatte. Viele Spiele sollten zu Arbeit, Fleiß und Ausdauer erziehen und die Geschicklichkeit konnte trainiert werden. Außerdem versprachen die Anbieter, über Spielzeug auch Bildungsinhalte zu vermitteln. Zweckfreies Spielen wurde dagegen kaum gefördert.

 

Unter den Handwerksberufen „zum Spielen“ sind die Holzhandwerke häufig zu finden. Spielkästen wie „Der Schreiner“ und „Der kleine Wagenbauer“, aber auch Werkzeug- und Laubsägekästen luden in unterschiedlicher Realitätsnähe zur aktiven handwerklichen Nachahmung ein. Bei dem entsprechenden Blechspielzeug, wie zum Beispiel einem Handwerker an einer Kreissäge, ließ sich vor allem die Übertragung der Dampfkraft auf eine Maschine beobachten.

 

Blechspielzeug

Blechspielzeug bildet einen weiteren Schwerpunkt der Ausstellung. Im Zentrum steht eine große Installation, bei der zwei Dampfmaschinen zahlreiche Maschinen antreiben. Die Bandbreite der ausgestellten Objekte reicht von Modellen, die mit dem Anspruch verbunden sind, technische Abläufe nachvollziehbar zu machen und teilweise auch in der Lehrlingsausbildung eingesetzt werden, über realitätsnahe Darstellungen bis hin zu humoristischen Modellen, bei denen etwa die Hand eines Schneiders durch Dampf angetrieben wird.

 

Um 1900 wurde Blechspielzeug, das zur Gruppe des technischen Spielzeugs zählt, von manchen Pädagogen kritisch betrachtet: Gerade weil es teilweise sehr realitätsnah wirkte, förderte es nicht die Kreativität und die Individualität von Kindern. Doch die Nachfrage bei Modell-Dampfmaschinen stieg stetig: Im Jahr 1875 fertigte die Firma Schoenner 478 Dampfmaschinen, im Jahr 1893 waren es 200 000 Stück. Im Zeitalter der Industrialisierung wurde Metall modern, das Spielzeug daraus stand für Fortschritt und Erfindungsreichtum. Für junge Menschen, die einen Handwerksberuf erlernten, bot technisches Spielzeug allerdings kaum die Chance einer Berufsvorbereitung. Die komplizierten Blechspielzeuge und Baukästen waren teuer und wurden für Jugendliche ab 14 Jahren angeboten. In diesem Alter begannen die zukünftigen Handwerker bereits ihre Ausbildung.

 

Baukästen

Weitere Themen sind die Baukästen, die in unterschiedlicher Weise in Beziehung zu Handwerksberufen gesetzt werden können. Mit den Steinen des „Anker“-Baukastens fing das Baufieber Ende des 19. Jahrhunderts an. Es gipfelte in der Technikbegeisterung der 1920er-Jahre; der Metallbaukasten wurde im Kinderzimmer zum Symbol für Fortschritt und Modernität. Seit den Anfängen passten sich die Baumaterialien, die Verbindungssysteme und die Technik in den Bau- und Konstruktionskästen immer wieder der jeweiligen Realität an. Doch eines ist stets gleich geblieben: die Förderung des handwerklichen Geschicks, der Feinmotorik, des räumlichen und logischen Denkens sowie weiterer Fähigkeiten, die den Einstieg ins Berufsleben erleichtern können. Baukästen sollten den Weg in einen technischen Beruf fördern. Als fester Bestandteil pädagogischer Konzepte verbanden Baukästen und Konstruktionsspiele das „nützliche Spiel“ mit dem Vergnügen.

 

Die nächste thematische Einheit in der Ausstellung widmet sich dem selbstgebauten Spielzeug. Das im Handel angebotene Spielzeug war oft teuer oder entsprach nicht den Vorstellungen der Eltern. Deshalb wurden viele Väter und Mütter selbst aktiv und stellten Spielzeug für ihre Kinder her. Sie orientierten sich dabei häufig an den industriell hergestellten Spielwaren, wie der Vergleich zeigt. Selbstgemachtes Spielzeug wurde von den Pädagogen hochgeschätzt. Die Spielzeugindustrie förderte zum Teil diesen Trend zum Eigenbau. Die angebotenen Laubsägekästen enthielten Werkzeuge und Vorlagen, mit denen der Nachwuchs selbst sein Spielzeug produzieren konnte. Außerdem existierten schriftliche Anleitungen. Bei Werken wie „Der Junge Handwerker und Künstler“, die seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts auf den Markt kamen, lag der Schwerpunkt vor allem den Jungen praktische Anleitungen zur Entwicklung der eigenen Geschicklichkeit zu geben.

 

Brett- und Kartenspiele

Schließlich zeigt die Sonderausstellung Brett- und Kartenspiele, die die Spielwarenindustrie seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts in immer neuen Varianten auf den Markt brachte. Sie richteten sich zunächst an Erwachsene, später auch an Kinder und Jugendliche. Obwohl solche Spiele massenhaft produziert wurden, bildeten sie  lange ein Stückchen Luxus. Mit Ausgaben in verschiedenen Preisklassen erreichte die Industrie allerdings viele Familien. Bei den Kartenspielen ging es um Erholung und Belustigung – aber oft auch darum, etwas zu lernen. Besonders deutlich zu sehen an den Quartett-Spielen, bei denen etwa Werkzeuge bestimmten Handwerkern zugeordnet werden mussten. Bei Brettspielen traten die Spieler gegeneinander an und versuchten möglichst rasch an das Ziel zu kommen, ohne sich von den spieltypischen Schikanen aufhalten zu lassen. Aus dem Handwerk kam vor allem die Spielidee des Hausbaus sowie der Wanderschaft der Handwerksgesellen, die sich gut in Würfelspiele umsetzen ließen.

 

Selber spielen

Die Präsentation zeigt nicht nur Spielzeug – sie lädt die Besucher auch ein, selbst zu spielen. Das ist an verschiedenen Stationen möglich, vor allem aber im Spielzimmer am Ende des Rundgangs, wo Reproduktionen historischer Spiele die Gelegenheit zu einer spielerischen Zeitreise bieten.

„Für das LWL-Freilichtmuseum Hagen ist Spielzeug ein attraktives Ausstellungsthema, denn es bildet eine wichtige Quelle für die Handwerksgeschichte. An Spielsachen ist nachvollziehbar, wie sich die Berufe im Handwerk veränderten. Es dauerte nämlich oft nicht lange, bis neue handwerkliche Tätigkeiten und Maschinen im Spielwarengeschäft erhältlich waren“, erklärt Anke Hufschmidt. Aber wie realistisch ist die Darstellung handwerklicher Maschinen zum Beispiel im Blechspielzeug eigentlich? Und wieso gibt es nur so wenig Spielzeug für kleine Handwerkerinnen? Die Antworten finden die Besucher im Ausstellungsgebäude im oberen Museumsbereich.

 

Mit der Rallye zur Ausstellung

Schautafeln auf dem Weg durch das Freilichtmuseum von der Kasse zum Ausstellungsgebäude sollen neugierig auf die Ausstellung „Früh übt sich“ machen, sie schlagen eine Brücke zwischen Spielzeug und den im Museum gezeigten Berufen. Außerdem lockt eine kostenfreie Rallye mit einem Gewinnspiel durch das Museum bis zum Ausstellungsgebäude. Mit kniffeligen Fragen und spannenden Aufgaben kann die ganze Familie Spielzeug und Spiele zum Handwerk entdecken.

 

Zur Ausstellung erscheint ein Buch mit vielen farbigen Abbildungen sowie einem Spielplan, mit dem sich das Museumsgelände und viele Ausstellungsobjekte spielend entdecken lassen. Das Begleitprogramm umfasst Angebote, bei denen Kinder und Jugendliche selbst aktiv werden können. Es wurde vom Förderkreis Westfälisches Freilichtmuseum Hagen e. V. gefördert.

 

Ausstellungsdauer: 31. Mai bis 31. Oktober 2015

 

 

Begleitprogramme:

 

Do, 9. Juli, 15 Uhr

Gespräch im Ausstellungsgebäude

Wie entsteht eine Ausstellung? Erfahrungen und Tipps am Beispiel der Sonderausstellung „Früh übt sich... Handwerk zum Spielen“ mit Dr. Anke Hufschmidt

Eine Veranstaltung im „Urlaubskorb“ der Stadt Hagen

 

So, 19. Juli, 12–17 Uhr

Kinderfest

Spielerisch geht es zu! Ein Tag für Kinder rund um das Handwerk und seine Berufe.

Großzügig unterstützt vom Förderkreis Westfälisches Freilichtmuseum Hagen e. V.

 

Mi, 23. September, 19 Uhr

Vortrag im Restaurant „Museumsterrassen“

Nichts als reine Arbeit? Spielen mit Technischem Spielzeug seit 1900. Vortrag von Dr. Stefan Poser. Veranstaltet vom Lenne-Bezirksverein des VDI Hagen und dem Förderkreis Westfälisches Freilichtmuseum e. V.

 

Offene Führungen

an folgenden Sonntagen, jeweils von 14–15 Uhr: 5. Juli; 20. September; 4. Oktober

 

Besondere Einblicke

mit dem Ausstellungskurator Alexander Dreier M. A. und Gebärdendolmetscherin:

Sonntag, 7. Juni, 14–15 Uhr

 

Mitmachangebote „Handwerk zum Spielen“

Das Angebot für alle ab 6 Jahren findet an folgenden Sonntagen jeweils von 14–17 Uhr vor dem Ausstellungsgebäude statt:

31. Mai,

14. Juni,

5., 12., 19. und 26. Juli,

2. und 23. August,

6. September,

4. Oktober

 

Ferienprogramme

Sommerferien

Di-Fr, 4.-7. August, 12-14 Uhr und 14.30-16.30 Uhr für Schüler ab acht Jahren im Forscherlabor

Spiel doch mit!

Ihr stellt Spielzeug selber her und probiert es aus. Bitte zieht unempfindliche Kleidung an. Bitte anmelden

Fr, 7. August um 15.30 Uhr

Begleitende Eltern und Großeltern führt Marco Heckhoff M. A. am unter dem Thema „Faszination Baukastenspiele“ durch die Ausstellung.

 

Herbstferien

Di-Fr, 13.-16. Oktober, 12-14 Uhr und 14.30-16:30 Uhr für Schüler ab sechs Jahren im Gasthof Post

Spielsachen selber machen.

Ihr erkundet das Museum und entdeckt Alltags- und Naturmaterialien. Was könnt ihr daraus machen? Wie wollt ihr damit spielen? Zum Abschluss zeigt ihr in einer kleinen Ausstellung, was ihr gebastelt habt. Geeignet auch für die Offene Ganztagsschule. Bitte anmelden.

 

Führungen durch die Sonderausstellung sind auch individuell buchbar. Gruppengröße bis 15 Personen, Dauer ca. 60 Minuten, Kosten 28 Euro, zzgl. Museumseintritt.

Foto: Wippermann - Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen
Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen
Quelle: LWL-Freilichtmuseum Hagen

„Ich war hier. Selfies aus dem LWL-Freilichtmuseum Hagen“

Selfie-Ausstellung in der Saison 2015

 

Hagen (lwl). Was passiert eigentlich mit den Millionen Selfies, die jeden Tag gemacht werden? Viele bleiben vermutlich für immer auf den Smartphones – aber es gibt auch welche, die ihren Weg ins Museum finden und dort ausgestellt werden. Das LWL-Freilichtmuseum Hagen sucht Selfies, die im Freilichtmuseum entstanden sind und für den Fotografen zu einer wichtigen Erinnerung geworden sind. Das Freilichtmuseum möchte diese Schnappschüsse in der Saison 2015 ausstellen. Die Ausstellung ist dynamisch angelegt: Wer jetzt schon ein Museums-Selfie hat, kann es direkt an das Museum senden. Die Präsentation wird während der Saison 2015 laufend um neue Selfies erweitert.

 

Wie können Sie teilnehmen? Senden Sie uns ein Selfie, auf dem Sie selbst zu sehen sind. Es muss auch zu erkennen sein, dass das Foto im LWL-Freilichtmuseum Hagen entstanden ist. Bitte schreiben Sie dazu, wann das Foto entstanden und warum es für Sie wichtig ist. Wir freuen uns jetzt auch über ein Selfie, das vielleicht im letzten Jahr im Freilichtmuseum entstanden ist. Wir sind gespannt auf Ihre spontanen Fotos und auf Ihre persönlichen Erinnerungen an den Besuch des LWL-Freilichtmuseums Hagen.

 

Kontakt: Dr. Hubert Köhler, Email: hubert.koehler@lwl.org, Tel. 02331 7807-169