www.hagen-in-westfalen.de kultur - kunst - photographie
www.hagen-in-westfalen.de kultur - kunst - photographie  

Hagener Impulse

Anfang des 20sten Jahrhunderts gehörte Hagen zu den großen Kulturstädten Europas. Wer hätte das gedacht und wer weiß schon, dass das heutige Essener Folkwang-Museum seine Wurzeln in Hagen hat. Karl Ernst Osthaus hat sich zu jener Zeit dafür engagiert, dass namhafte Künstler in Hagen wirkten. Auch heute findet man Spuren ihrer Tätigkeiten, die als "Hagener Impulse" bezeichnet werden. Die folgende Reihenfolge orientiert sich an dem Kurzführer "Der Hagener Impuls" der Stadt Hagen.

Das Bahnhofsfenster

Wer sich im Hagener Hauptbahnhof genau umsieht, entdeckt einiges, was auf hohe Architekturkunst schließen lässt. So mancher Wandschmuck des neubarocken Saalbaus des 1910 eröffneten Bahnhofs musste der Leuchtreklame weichen, nicht so das Bahnhofsfenster über dem Haupteingang, das Johan Thorn-Prikker entworfen hat.

Das Stadttheater

Zu den Gebäuden, die in der Hagener Innenstadt den Flair vergangener Zeiten verströmen, gehört das Stadttheater. Einen besonderen Blickfang bieten die vier Skulpturen der Berliner Bildhauerin Milly Steger über dem Haupteingang, die in die klassizistische Fassade eingebettet wurden.

Das Karl Ernst Osthaus Museum

Karl Ernst Osthaus war fasziniert von der Kunst seiner Zeit und hat nichts unversucht gelassen, sie nach Hagen zu bringen. Viele berühmte Werke fanden ihr Zuhause in dem Museum, das 1902 eröffnet wurde, bis sie 1922 an die Stadt Essen verkauft wurden und den Grundstock des dortigen Folkwang-Museums bildeten. Trotzdem lohnt sich auch heute ein Besuch des Museums, wurde doch 1992 die Inneneinrichtung rekonstruiert und finden sich in der ständigen Sammlung heute wieder eindrucksvolle Kunstwerke. Ganz im Sinne von Karl Ernst Osthaus fesseln darüber hinaus zahlreiche Wechselausstellungen die Besucher.

Die Arbeitersiedlung "Walddorf" im Wasserlosen Tal

Karl Ernst Osthaus gehörte zu jenen Menschen, denen das Wohl aller am Herzen lag, er wollte mit seinem Kunstengagement alle erreichen und es war ihm wichtig, dass auch einfache Menschen in einem ästhetisch ansprechenden Umfeld lebten. So erteilte er Richard Riemenschmied den Auftraug, eine Werkssiedlung zu bauen, die Zweckmäßigkeit und Ästhetik miteinander verband.

Der Hohenhof

So sehr Karl Ernst Osthaus die anderen Menschen wichtig waren, genoss auch er selbst schöne Dinge um sich. Daher beauftragte er 1906 Henry van de Velde, ein Haus für ihn und seine Familie zu konzipieren, das als Gesamtkunstwerk zu verstehen war. Entstanden ist der Hohenhof, der auf eine wechselvolle Geschichte zurückblickt, vom Wohnhaus über die Frauenklinik bis zur Bildungseinrichtung. Heute ist er ein Museum, in dem als Teil der Route der Industriekultur neben Architekturbesonderheiten zahlreiche Kunsthandwerksarbeiten zu sehen sind.

Die Häuser am Stirnband

Karl Ernst Osthaus wollte Hagen zu einer Wiege der Kunst machen und möglichst viele Künstler in Hagen ansiedeln. Dazu stellte er sich eine Künstlersiedlung vor, die jedoch nie so verwirklicht wurde, wie er sie sich gedacht hatte. Die Häuser am Stirnband geben jedoch einen Eindruck davon, wie eine Straße aussehen kann, deren Häuser zwar jedes für sich gestaltet werden, die aber eine unsichtbare Verbindung aufweisen. Der holländische Architekt Mathieu Lauwerik hat neun Häuser nach einem von ihm entwickelt Prinzip erbaut, das sich bei genauer Betrachtung erkennen lässt. Auch Johan Thorn-Prikker hatte dort viele Jahre sein Domizil.

Die Villenbauten von Peter Behrens

Neben der Künstlerkolonie Stirnband sollte es nach Auffassung von Karl Ernst Osthaus noch ein Villengebiet in der Nähe seines Wohnhauses geben. Dafür verantwortlich war der Architekt Peter Behrens, der einige Häuser baute, die zum Teil im zweiten Weltkrieg zerstört wurden. Die Architektur der Gebäude lässt sich nur erahnen, da die Häuser inzwischen von Gärten umrandet sind und kein vollständiger Blick mehr möglich ist.

Das Krematorium

1905 beschloss der "Hagener Verein für Feuerbestattung" ein Krematorium bauen zu lassen. Karl Ernst Osthaus war wenig begeistert von den ersten funktionalen Plänen, er bat den Architekten Peter Behrens sich des Projekts anzunehmen. Entstanden ist das markante Gebäude, das noch heute auf dem Friedhof in Delstern zu sehen ist.

Die Spedition Schenker

Neben Karl Ernst Osthaus ließen sich auch andere Unternehmer davon überzeugen, dass Architektur eine wichtige Dimension ist. So wurde 1911 das Verwaltungs- und Lagergebäude der Firma Lehnkering, später Spedition Schenker, in einem Stil erbaut, der noch heute beeindruckt. Lassen sich doch fühexpressionistische Elemente ausmachen, die darauf hinweisen, dass neben den Brüdern Leopold und Heinrich Ludwig der Künstlerarchitekt Peter Behrens einen indirekten Einfluss auf die Gestaltung hatte.

Alle Texte und Bilder mit freundlicher Genehmigung von:

Text: Dr. Birgit Ebbert

Bilder: Ulrich Wens/Dr. Birgit Ebbert

Aktuelle Termine zu Workshops, Kunst- und Architekturführungen finden Sie hier ...

Aktuelle Termine / Pressemeldungen aus Hagen finden Sie hier ...

Kultur - WELT

Pseudo-Realität, die keinen Platz für Schmerz lässt (Wed, 13 Dec 2017)
Ein großes Schicksal, eine unendliche Traurigkeit: Unzählige Menschen leiden an Psychosen oder sind selbstmordgefährdet. Ein berührendes Projekt nähert sich den Abgründen psychischer Erkrankung – mittels der Kunst.
>> Mehr lesen

Ein fast völlig unhörbares Meisterwerk (Wed, 13 Dec 2017)
Pharrell Williams hat nach sieben Jahren wieder ein Album mit seiner Band N.E.R.D. veröffentlicht. Die Platte ist eine Leistungsschau der grenzenlosen Musik, die tief in die Popkultur-Gegenwart führt.
>> Mehr lesen

Wer war der mysteriöse Meister von Meßkirch? (Wed, 13 Dec 2017)
In der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts lebte ein Maler im Raum Nürnberg. Seine Altäre und Heiligengemälde müssen damals Sensationen gewesen sein. Wie kann es sein, das nichts über ihn bekannt ist?
>> Mehr lesen

Große Mädchen weinen nach dem Sex (Wed, 13 Dec 2017)
In „Meine schöne innere Sonne“ spielt Juliette Binoche eine Frau, die verzweifelt nach der großen Liebe sucht. Dabei wirkt sie so klischeehaft, als sei sie einem Witz von Mario Barth entsprungen.
>> Mehr lesen

Von wegen Abendland, das Christentum kam aus dem Osten (Wed, 13 Dec 2017)
Rückblick auf eine bedrohte Welt: Eine sensationelle Ausstellung in Paris zeigt die Wurzeln der Christenheit im Orient und ihre Bedeutung für die arabische Welt bis heute. Die Schau zeugt von Mut.
>> Mehr lesen

Haben Sie unter dem Sams auch gelitten, Herr Maar? (Wed, 13 Dec 2017)
Mit dem Sams wurde Paul Maar berühmt. Jetzt feiert das Wesen mit der Rüsselnase Weihnachten. Und sein Schöpfer den 80. Geburtstag. Ein Gespräch über Kindheit, gute Eltern und einen berühmten Schwager.
>> Mehr lesen

Royals überraschen „Star Wars“-Premierengäste (Wed, 13 Dec 2017)
Königlicher Besuch bei der Europapremiere in London. Die Prinzen William und Harry ließen sich auf dem roten Teppich blicken. Glaubt man Gerüchten, ist das Brüderpaar im neuen „Star Wars“ sogar auf der Leinwand zu sehen.
>> Mehr lesen

„Die letzten Jedi“ ist der misslungenste, großartigste Film der Serie (Tue, 12 Dec 2017)
Unser Autor ist ein alter „Star Wars“-Fan, sein Lieblingsfilm der Reihe ist „Die Rache der Sith“. Nun hat er vorab „Die letzten Jedi“ gesehen und schreibt, wie er sich dabei fühlte. Versprochen: Komplett frei von Spoilern.
>> Mehr lesen

Andreas Beck wird neuer Chef am „Resi“ (Tue, 12 Dec 2017)
Der Regisseur Andreas Beck wird 2019 Intendant des Residenztheaters. Momentan leitet er das Theater Basel und experimentiert dort viel mit zeitgenössischen Autoren. Diese Stoffe möchte er auch nach München bringen.
>> Mehr lesen

Paragraf 219a ist eine Zumutung (Tue, 12 Dec 2017)
Mit der Debatte um „Werbung“ für Schwangerschaftsabbrüche kehrt die Debatte um das Selbstbestimmungsrecht der Frau zurück – endlich! Im Zentrum steht hier schließlich ein Paragraf von 1933.
>> Mehr lesen

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© Oliver Grosch

Diese Homepage wurde mit 1&1 MyWebsite erstellt.