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Osthaus Museum

Aktuelle Ausstellungen

Armin Mueller-Stahl, copyright Jürgen Stenzel

Armin Mueller-Stahl


Menschenbilder


25. Juni bis 3. September 2017

Armin Mueller-Stahl: Nachricht Shakespeare, Öl auf Leinwand, 2017, 100 x 80 cm (Ausschnitt)

Das Osthaus Museum Hagen widmet Armin Mueller-Stahl in diesem Sommer eine große Ausstellung. Gezeigt werden über 180 Werke, vor allem aus den letzten Jahren: von seinen Gemälden bis hin zu Arbeiten auf Papier. Der treffende Ausstellungstitel „Menschenbilder“ bezieht sich dabei vor allem auf Porträts und figürliche Szenen. Aber auch eine Auswahl an Landschaftsbildern wird ebenfalls präsentiert.


Armin Mueller-Stahl ist vielen vor allem als renommierter Schauspieler von internationalem Rang bekannt. Nach seinem Musikstudium nahm er 1951 Schauspielunterricht, wandte sich parallel aber auch der Malerei zu. Sein erstes Bild entstand in diesem Jahr. Seine erste Ausstellung mit Malerei, Zeichnung und Grafik wurde allerdings erst 50 Jahre später eröffnet, bezeichnenderweise im Filmmuseum Potsdam. Es folgten zahlreiche weitere Ausstellungen mit Gemälden, Zeichnungen und Lithografien. Sie alle charakterisieren Armin Mueller-Stahl als einen herausragenden Bildkünstler.

Wie er seine Arbeit versteht, beschreibt er selbst so: "Malerei, das ist mehr als ein Hobby. Wenn ich alles zusammennehmen würde, was ich im Laufe meines Lebens gemalt und gezeichnet habe, dann käme ein richtiges Werk zustande. Für mich gehören Schauspielerei, Malerei, auch die Schreiberei zusammen."

Die Themen, denen sich der Maler und Zeichner Armin Mueller-Stahl widmet, entstammen der Welt der Musik, des Schauspiels, des Films, der Literatur, der Gesellschaft usw. Die Übertragung des Gesehenen auf Leinwand oder Papier erfolgt dann mit großer Souveränität. Das Ergebnis ist bemerkenswert: Die Lebendigkeit in diesen Bildern ist verblüffend.

Ebenso charakteristisch für die Malerei Armin Mueller-Stahls ist, dass alle Dargestellten aus nächster Nähe gezeigt werden. Der Betrachter gewinnt dadurch die Möglichkeit, sich mit den dargestellten Persönlichkeiten auf besondere Art und Weise auseinanderzusetzen. Die ausgeprägte Beobachtungsgabe des Künstlers begeistert. Das mimische Element überträgt er mit virtuoser Leichtigkeit in seine Bilder: „Mein Leben lang habe ich Haltungen beobachtet und übertragen, ich spiele und zeichne sie“, sagt er selbst.

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Kunsthaus Lübeck sowie Geuer & Geuer Art GmbH realisiert.

(c) Text: Osthaus Museum Hagen

Armin Mueller-Stahl: Der junge Franz Liszt, 2011, Öl auf Leinwand, 100 x 80 cm, (c) Armin Mueller-Stahl
Ugo Dossi: Serie KOSMOGONIEN, Gravitationswellen, © Ugo Dossi

UGO DOSSI


SINNLICHES UND ÜBERSINNLICHES


14. Juli bis

17. September 2017

Ugo Dossi: Serie KOSMOGONIEN, Supernova, © Ugo Dossi

Mit circa 100 Bildern und Objekten stellt das Osthaus Museum Hagen Ugo Dossi als künstlerischen Grenzgänger vor. In seinen Installationen und Bilderfindungen wirkt eine große Affinität zu den Naturwissenschaften, zur Topologie, eine Faszination für das magische Denken und eine umfassende, spirituelle Sicht der Welt. Damit erstellt er Modelle, die das Unendliche sichtbar machen und dem Undenkbaren eine Form verleihen, die eine sinnliche Ahnung davon aufkommen lassen.

Was ist Welt? Wie wirkt Schönheit? Das sind die zentralen Fragen im Werk des international erfolgreichen Künstlers und zweifachen documenta und Biennale-Teilnehmers. Beide Fragen kreisen um das Phänomen der sinnlichen und der übersinnlichen Wahrnehmung. Ugo Dossi stellt seine Werke als Antwort auf mögliche, oft noch ungestellte, existentielle Fragen in den Raum.

Die Ausstellung gibt einen umfassenden Überblick in das facettenreiche und transdisziplinäre Werk des Münchener Künstlers. In 50 Jahren künstlerischer Auseinandersetzung entwickelte Ugo Dossi Weltmodelle unterschiedlicher Art.

Ein Werkzyklus entwickelte sich aus der Beobachtung der unaufhaltsam um sich kreisenden und sich trotzdem immer weiter verzweigenden assoziativen Gedankenstränge. Er findet seinen künstlerischen Ausdruck in einer Wirbelform, dem Vortex. In endloser Umstülpung durch sich selbst hindurch, bringt dieser Wirbel sich selbst hervor, dehnt sich kreisend aus und verschlingt sich wieder selbst, zusammen mit allem hervorgebrachten.

Zeit, Raum und Bewegung sind auch zentrale Themen der neuen kosmologischen Wissenschaften. Ihre Untersuchungen erzeugen Bildwelten von völlig neuartiger Komplexität und Schönheit. Diese Bildschöpfungen illustrieren die Theorien, mit denen die Astro-Wissenschaften mit naturalistischen Metaphern physikalische Abläufe im Universum verständlich machen, die außerhalb unserer sinnlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten liegen. Von diesen kosmologischen Modellen, die unvorstellbare Ereignisse wie die Explosionen von Supernovae oder die Verschmelzung schwarzer Löcher beschreiben, fließen Anregungen in Dossis Gestaltungen. In seinem Werkzyklus Kosmogonien zeigt Ugo Dossi Werke, in denen Kunst und Wissenschaft eine einzigartige Symbiose eingehen.

Dieser Teil der Ausstellung entstand aus einer Kooperation des Künstlers mit dem Excellence Cluster Universe, einem Zusammenschluß der Astrophysikalischen Institute von Max Planck, TUM, LMU, ESO.

Ein alternatives Weltmodell eröffnet sich in Dossis Werkzyklus Tarot. Er zielt weniger auf das Verstehen einer äußeren, physischen Welt als vielmehr auf das Erkennen psychischer Vorgänge im eigenen Selbst. Hier geht es um die Erschließung der unbegrenzten Kombinatorik von Allegorien und Bildsymbolen aus dem Schatz des kollektiven Gedächtnisses der Menschheit.

In Zodiak widmet sich Dossi den Tierkreiszeichen und ihren komplexen Bedeutungen. Ihre Positionen werden durch jahrtausendealte Traditionen der Sternenbeobachtung und der Aufteilung des Firmamentes in verschiedene Koordinatensysteme bestimmt. Dossi entwickelte zu den einzelnen zodiakalen Charakter-Typen korrespondierende Farb- und Formgestaltungen, um damit individuelle Resonanzräume zu schaffen.

Durchgehendes Element in Dossis Weltbeschreibungen ist das Automatische Zeichnen. Automatische Zeichnungen entstehen, wenn die zeichnende Hand ohne absichtliche Steuerung unbewussten Impulsen folgt und damit Inhalte aus einem unbewussten Bereich zum Ausdruck bringt. Losgelöst von jeder Form ästhetischer Konvention zeigen automatische Zeichnungen das Wirken einer inneren Welt von archaischer Schönheit und Sinnlichkeit.

Ugo Dossi sieht seine Kunst als ein Werkzeug der Telepathie, mit dem Vorstellungen, Emotionen, Schönheit und Weltsicht übertragen werden.
Dr. Jacob Wenzel

Die Ausstellung wird realisiert in Kooperation mit der Kunststiftung Petra Benteler.

(C) Text: Osthaus Museum Hagen

Ugo Dossi: Serie TAROT 17, 2017, 90 × 60 cm, © Ugo Dossi
Anja Bohnhof: Bahak, MD Salim/45 Years, C-Print, 2012, (c) Anja Bohnhof

Anja Bohnhof


India


7. Juli bis

3. September 2017

Das Osthaus Museum zeigt vom 7. Juli bis zum 3. September die Ausstellung „India“ der Dortmunder Fotografin Anja Bohnhof. Die Serien „Bahak“, „books for sale“ und „Daily Constructions“ sind im Christian Rohlfs-Saal, dem Rondell und dem Hagener Fenster zu sehen. Die künstlerischen Projekte führen Anja Bohnhof in viele Teile der Welt. Mit rund 50 Fotografien aus Indien wird ein Arbeitsschwerpunkt der vergangenen Jahre beleuchtet.


Anja Bohnhof wurde 1974 in Hagen geboren und studierte nach einer fotografischen Ausbildung Visuelle Kommunikation und Fotografie an der Bauhaus-Universität Weimar. Sie arbeitet seit 2004 freiberuflich als Fotografin und lebt in Dortmund. Von 2006 bis 2014 war die Fotografin zudem kontinuierlich als Lehrbeauftragte für Fotografie an der FH Köln tätig. Ihre Arbeiten werden international ausgestellt und sind bereits vielfach mit Stipendien und Förderpreisen ausgezeichnet und publiziert worden.


Die Serie „books for sale“ ist 2009 entstanden. Über 10.000 Buchläden offerieren im Universitätsviertel von Kolkata (Kalkutta) ein Angebot neuer und gebrauchter Ware, die von Klassikern bis zu aktuellen Lehrbüchern reicht. Die oft improvisiert anmutenden Verkaufsstände an den Straßenrändern werden zu architektonischen Gebilden aus Büchern. Anja Bohnhof hat diese Bücherskulpturen fotografiert.


Die mit „Bahak“ betitelte Serie von 2012 bezieht sich auf die bengalische Bezeichnung für Lastenträger. Keine Last scheint zu schwer und zu groß, als dass diese Männer nicht in der Lage wären, sie mit ihrer Muskelkraft durch die engen und überfüllten Straßen Kolkatas (Kalkutta) zu transportieren. Am Rand dieser Straßen hatte die Fotografin für ein paar Wochen ein improvisiertes Studio aufgebaut und einige Lastenträger gebeten, einen kurzen Moment anzuhalten, um sie einzeln und herausgelöst aus der stets in Bewegung befindlichen, geschäftigen Masse von Menschen zu portraitieren.


Das weltweit etablierte Format der Daily Soaps ist auch in Indien äußerst beliebt und die Gegenstand der Serie „Daily Constructions“ von 2015. Die Produktionskosten dieser inhaltlich eher trivialen Serien sind in der Regel vergleichsweise niedrig, u.a. auch deshalb, weil die szenischen Handlungen immer am gleichen Ort in derselben Kulisse spielen. Häufig handelt es sich bei den Handlungsschauplätzen dieser Serien um private Wohnräume, die als dauerhafte Set Constructions in Filmstudios installiert sind. Das macht Anja Bohnhof in ihrer Fotoserie zum Thema, indem sie diese filmischen Nachbauten dokumentiert.

(C) Text: Osthaus Museum Hagen

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